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Buxtehuder Bildungsoffensive: Sie bauen Brücken ins Berufsleben

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Buxtehuder Tageblatt - 01.10.2013

 

BUXTEHUDE. Sie bauen Brücken ins Berufsleben – mit der „Buxtehuder Bildungsoffensive“ (BBO). Die Erste Stadträtin Katja Oldenburg-Schmidt hat am Montag eine positive Bilanz des Projektes gezogen. Das Konzept: Unternehmer gehen in die Schulen oder unterstützen Schüler als Paten bei der Berufsfindung. „Wir sind das Scharnier zwischen Schulen und Wirtschaft“, erklärt VHS-Leiter Dr. Dirk Pohl. Unternehmer wie Jan-Peter Frenzel (KFP-Ingenieure) und Bäckermeister Ralf Dietz sind von der BBO überzeugt – und fordern, dass das Programm 2014 weiterläuft.
 

Die positive Resonanz – in der Wirtschaft, aber auch bei Eltern, Lehrern und Schülern – hat die Erste Stadträtin Katja Oldenburg-Schmidt bestärkt, einen Verlängerungsantrag zu stellen. Nach zwei Jahren würde das Programm eigentlich am 31. März 2014 auslaufen; es wird mit Finanzmitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert; 270 000 Euro waren 2011/2012 aus dem ESF bewilligt worden, zwei Sozialpädagoginnen betreuen die Buxtehuder Bildungsoffensive (BBO).
 

Mehr als 20 Buxtehuder Unternehmen und alle Schulen sitzen mit im Boot. Zu den Bausteinen der BBO gehören unter anderem ein Patenprogramm mit Fortbildung für die Schüler und die Nacht der Ausbildung; außerdem kommen Unternehmer bei Projekt- und Zukunftstagen in die Schulen – und stellen die Arbeitsfelder und Ausbildungsberufe in ihren Firmen vor oder geben Tipps für die Bewerbung – vom Bewerbungsmappen-Check über Tests im Assessment-Center bis zu simulierten Vorstellungsgesprächen. Rund 1000 Schüler der achten bis zehnten Klasse nutzten das Angebot zur Berufsorientierung. 88 Veranstaltungen gab es, so der Leiter der Volkshochschule, Dr. Dirk Pohl. Die beiden Buxtehuder Realschulen und die Halepaghen-Schule (HPS) nutzen das Angebot „Wirtschaft & Schule“ – und holten bei Projekttagen die Unternehmer in die Schulen. Hinzu kommen Betriebsbesichtigungen.
 

Mittlerweile gibt es einen Pool von 55 ehrenamtlichen Paten. „Sie schenken den Schülern ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen“, sagt Katja Oldenburg-Schmidt anerkennend. Zurzeit sind 40 Schüler im Patenprogramm. Ursprünglich waren es 50. Sie treffen sich alle sechs Wochen mit ihren Paten, hinzu kommt die Fortbildung bei der Volkshochschule (50 Stunden) – auch sonnabends. Das Training sozialer Kompetenzen und Bewerbungstraining stehen auf dem Stundenplan der Patenkinder.
 

Und die loben das Programm. Realschüler Domenic Pfitzner (SZ Nord) lobt das Bewerbungstraining. „Wir lernen sehr viel durch die Gespräche mit unserem Paten“, sagt der Zehntklässler (15). Seine Mitschülerin Monika Griguolaite (17) wurde bestärkt, ihren Traumberuf Veranstaltungskauffrau zu ergreifen. Ihre Patin kommt aus der Branche. Pfitzner will „Game-Designer“ werden. Schulleiter Joachim Lübbecke hat beobachtet, dass Angebote wie Berufsorientierung bei Schülern besser ankommen, wenn sie von außen kommen – sprich aus der Wirtschaft. „Sie werden als Fachleute akzeptiert und erreichen die Schüler besser als Eltern oder Lehrer“, sagt Lübbecke. Für die Schulen sei die Bildungsoffensive eine „große Unterstützung“.
 

Das sehen auch Unternehmer wie Jan-Peter Frenzel von KFP-Ingenieure und Bäckermeister Ralf Dietz so. Dietz gab Tipps beim Bewerbungstraining in der Realschule Süd, außerdem lud der Bäcker mehrere Schüler zur „Nacht des Backens“ in seinen Betrieb ein. Schüler machten ein Praktikum. „Wir haben schließlich auch ein Ziel, wir wollen Nachwuchs gewinnen“, betonen Frenzel und Dietz unisono. Unter dem Strich profitierten alle Seiten von der BBO. Deshalb müsse das Programm nachhaltig fortgesetzt werden. Praktika ebneten den Weg zur Ausbildungsstelle – und zum dualen Studium, so Frenzel.
 

Die Bildungsoffensive habe geholfen, Hemmschwellen abzubauen – zwischen Schule und Wirtschaft und zwischen Schülern und Unternehmern. Praktika und Ausbildungsplätze wurden vermittelt, so die Erste Stadträtin.
 

Das alles stärke letztlich den Wirtschaftsstandort Buxtehude. Oldenburg-Schmidt ist überzeugt: „Investitionen in Bildung zahlen sich aus.“
 

Weitere Zukunftsideen der beiden Projektträger

Bei der ersten Nacht der Ausbildung haben 235 Schüler und 20 Firmen mitgemacht. Letztere stellten 35 Ausbildungsberufe vor. Um es „noch spannender“ zu machen, denkt VHS-Chef Dr. Dirk Pohl darüber nach, die Neuauflage in der Form einer Rallye durch die Betriebe zu konzipieren.
 

Außerdem sollen die Kontakte zwischen Wirtschaft und Schule, in Kooperation mit dem Wirtschaftsförderungsverein Buxtehude (Wifö), vertieft werden (Stichwort „Unternehmerfrühstück“); Fachlehrer sollen in die Betriebe eingeladen werden.

Das Angebot soll ausgebaut werden, weitere Kooperationspartner sollen gewonnen werden – vom Mittelständler bis zum Großkonzern.
 

Damit nicht genug, nicht nur Praktika und Ausbildungsplätze will die BBO – getragen von der Stadt und der VHS – für die Schüler akquirieren, sie will auch die Zahl der Schulabbrecher (7 Prozent) absenken. Schwächere Schüler können durch Lernhilfen und Einzelfallcoaching etwa bei Praktika frühzeitig gefördert werden.

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