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Die Reise ins Berufsleben

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Buxtehuder Tageblatt - 04.05.2013

BUXTEHUDE. Akuter Ausbildungsplatzmangel – das war der Grund, weshalb die Buxtehuder Ausbildungsmesse 2002 von der Jungen Union Buxtehude/Altes Land/Geest 2002 initiiert wurde. Schüler sollten die Möglichkeit haben, offene Stellen zu finden. Inzwischen hat sich der Ausbildungsmarkt gedreht: Viele Ausbildungsplätze, vor allem im Handwerk und im Handel, bleiben frei. Jetzt präsentieren sich die Firmen und buhlen um den besten Nachwuchs. Am Freitag hat es zum zwölften Mal die Messe gegeben.

53 Unternehmen aus allen möglichen Branchen und mehrere Hochschulen haben sich 1200 Schülern präsentiert, die aus dem Landkreis Stade ins Schulzentrum Süd gekommen sind. Im Musikraum möchten die Unternehmensberater Henning Münnecke und Heike Vollmers den Schülern konkrete Bewerbungstipps geben. Einziges Problem: Die Schüler konnten im Vorfeld ihre Online-Bewerbung schicken – doch das Angebot hat keiner genutzt.

Die Frage ist, ob eine solche Messe die richtige Form ist, um den Schülern beim Start in die Berufswelt zu helfen. Das Problem: Viele, vor allem jüngere Schüler, wissen noch gar nicht, wohin ihr Weg führen soll. Konkrete Fragen haben sie an die Unternehmen meist nicht. Birgit Kubik ist Berufsberaterin für Abiturienten bei der Agentur für Arbeit Stade. Sie sagt, dass es in erster Linie darum geht, den jungen Menschen bei der Berufswahl zu helfen.

Sie und ihre Kollegen bieten regelmäßig Berufsberatungen in den Schulen an. Mit der 16-jährigen Lisa Madlen Kleine hat Kubik inzwischen drei Beratungsgespräche geführt. „Ich war ohne Ziel, wir haben analysiert, wer ich bin, wo meine Stärken liegen und was ich im Leben will“, sagt die Elftklässlerin vom Gymnasium Süd. Ein persönliches Gespräch findet sie 1000 mal besser als jeden Test zur Berufsfindung. Inzwischen weiß sie, dass sie Psychologie studieren möchte.

Jugendliche zu beraten, darauf zielt auch die Buxtehuder Bildungsoffensive (BBO) ab. Seit einem Jahr gibt es den Lern-, Kooperations- und Ausbildungsverbund für die Region. Die BBO bietet zum Beispiel Bewerbungstrainings an, Seminare, um soziale Kompetenzen zu erlernen und ein Mentorenprogramm, das sich an Schüler aus den 9. Klassen der Realschulen und 8. Klassen der Hauptschulen richtet. Erwachsene mit langjähriger Berufserfahrung begleiten die Schüler bei ihrem Start ins Berufsleben. Und am 6. Juni veranstaltet die BBO die „2. Buxtehuder Nacht der Ausbildung“, bei der sich die Schüler direkt in den Betrieben informieren können.

Die Buxtehuder Ausbildungsmesse dient den Unternehmen vor allem dazu, sich dem Nachwuchs zu präsentieren. „Aber es sind zu wenige Interessenten“, sagt Katharina Braun-Müller, Ausbilderin bei der KVG Stade. Das sieht auch Gerd von Borstel so. „Es gibt zu viele Ausbildungsmessen, sie haben sich abgenutzt“, sagt der Ausbildungsleiter bei der Dow Stade. Braun-Müller habe gute Erfahrungen gemacht, wenn interessierte Schüler gezielt zum Unternehmen kommen, etwa im Rahmen einer Nacht der Ausbildung: „Dadurch haben wir in Stade 2011 zwei Auszubildende gefunden.“ Die Stader Firma AOS geht bewusst in die Technikkurse an den Schulen, weil dort die Zielgruppe sitzt. „Wir planen auch, in Zukunft einen Werkstatt-Tag bei uns anzubieten“, sagt Dennis Halmke, Ausbilder bei der AOS. Dann können die Schüler ausprobieren, wofür sie sich interessieren und nicht nur Infobroschüren mitnehmen.

Udo Feindt (Junge Union), Mitorganisator der Ausbildungsmesse, sieht den Erfolg der Messe darin, dass 70 Prozent der Aussteller wiederkommen. „Sie gehen auch kein Risiko ein, jeder zahlt nur 25 Euro.“ Außerdem höre er immer wieder, dass gerade Schulabgänger erste Kontakte bei der Messe geknüpft hätten. Wichtig sei die Vorbereitung auf solch einen Messebesuch. Denn nur wer sich gut vorbereite, könne gute Fragen stellen und erste Kontakte knüpfen.

Fabienne Ahrens aus Horneburg hat das gemacht. Die 18-Jährige besucht die 11. Klasse der Fachoberschule Wirtschaft in Stade und interessiert sich für eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Am Stand des Privathotels Lindtner Hamburg kommt sie ins Gespräch mit den zwei Personalreferentinnen. Vielleicht wird sie ein Praktikum in dem Hotel machen. Zeit hat sie, da sie momentan nur zwei Schultage pro Woche hat. Die vorgeschriebenen 960 Stunden Praktikum hat sie bereits im Modehaus Mohr in Dollern absolviert. Mit einem weiteren Praktikum möchte sie herausfinden, ob ihr die Arbeit im Hotel gefällt.

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