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Abendblatt - Fabian Schindler - 05.05.2012 
Stadt Buxtehude beginnt ihre Bildungsoffensive. Schüler sollen frühzeitig Kontakte zu Firmen aufbauen, um später leichter einen Einstieg zu finden.
 

Buxtehude. Die Aussichten sind alles andere als rosig. Auch wenn die Bevölkerungszahl im Kreis Stade laut Prognosen in den kommenden zehn Jahren anwachsen soll, warnt Stades IHK-Geschäftsführer Bodo Stange vor einer gravierenden Vergreisung. Es mangele an Kindern und somit drohe der Region ein akuter Fachkräftemangel. "Diese Entwicklung wurde von vielen Unternehmen lange ignoriert. Nun spüren sie den Ernst der Lage", sagt Stange. Das habe eine aktuelle Untersuchung der IHK gezeigt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.
 

Viele Firmen in Buxtehude suchen händeringend nach Auszubildenden. Die neue Bildungsoffensive soll helfen, den Fachkräftemangel zu stoppen
Foto: Buddy Bartelsen

"Das Rückgrat der Unternehmen bricht derzeit massiv weg. Daher gibt es auch Fachkräfteinitiativen in Hamburg und Bremen. Alle kämpfen um den verbliebenen Nachwuchs", sagt Stange. Der Kreis Stade müsse sich gut aufstellen und handeln, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. In Buxtehude, so Stange, sei man bereits recht weit.
Am Donnerstagabend wurde die Buxtehuder Bildungsoffensive gestartet, die die Stadt mit Bildungsträgern, Wirtschaft und Verbänden seit Sommer 2011 vorbereitet hat. "Wir sind froh, das Projekt jetzt beginnen zu können", sagt Buxtehudes Erste Stadträtin Katja Oldenburg-Schmidt. Ermöglicht wird das vorerst auf zwei Jahre begrenzte Projekt mit Mitteln aus dem europäischen Sozialfond ESF. Es sieht vor, unter anderem mit Firmen, Wirtschaftsverbänden, Schulen, der VHS und Sozialpädagogen, Jugendhilfe, der Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit ein regionales und innovatives Beratungs- und Qualifizierungsnetzwerk für Schüler mit einer Koordinierungszentrale im Stieglitzhaus aufzubauen.

Das mit 270 000 Euro vom ESF geförderte Projekt besteht aus drei Säulen: Netzwerk, Qualifizierung und Beratung. Claudia Blaß von der Fachgruppe Jugend, Soziales und Familie wird das Projekt koordinieren, sich um die Kontakte zu Schulen und Firmen kümmern, die VHS wird gezielte Qualifizierungsmaßnahmen mit speziellen Pädagogen anbieten, damit etwa Schulabschlüsse und andere Zertifizierungen nachgeholt werden können. Die Sozialpädagogin Christiane Woche wird vor allem Schüler aber auch Familien beraten, wenn Handlungsbedarf besteht.

"Viele Probleme von Schülern in der Schule beginnen bereits im Elternhaus. Daher ist es wichtig, dass wir Schule und Familie als Einheit betrachten und betreuen", sagt Andrea Lange-Reichardt, Jugendamtsleiterin bei der Stadt Buxtehude. Dass die sozialen Probleme von Schülern dringend angegangen werden müssten, verdeutliche die Zahl der Jugendlichen, die ohne Abschluss die Schule verlassen. In Buxtehude liege die Abbrecher- und Absenzquote bei acht Prozent - Tendenz steigend. "Wir können es uns nicht erlauben, diese Schüler runterfallen zu lassen. Wir müssen und wollen agieren, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das ist unser Ziel", sagt die Jugendamtsleiterin.

+++ Alle Bürger sind künftig gefordert +++

Insgesamt 80 Plätze in verschiedenen wirtschaftsnahen Projekten für Buxtehuder Schüler wird es geben. In diesen wird die Jugend gezielt an eine berufliche Qualifizierung und an das Know-how der Firmen herangeführt werden. Die bislang 20 beteiligten Unternehmen werden, so die Idee, nicht nur langfristige Praktika ermöglichen, sondern die Schüler auch direkt an Schulungen teilnehmen lassen und ihr Expertenwissen für Schulen zur Verfügung stellen. "Es gibt eine Vielzahl an Optionen, um die mittelständische Wirtschaft und die Schulen besser miteinander zu verknüpfen. Mit den Firmen und der IHK wollen wir weitere Strategien hierfür entwickeln", sagt Projektleiterin Blaß. Wichtig sei dabei auch, dass Schüler sehen, wofür das theoretische Wissen, das an der Schule vermittelt wird, in der Praxis nachher benötigt wird. Das schaffe Lernimpulse.

Die Stadt und die Wirtschaftsverbände hoffen, dass mit dem Projekt die soziale und wirtschaftliche Struktur der Region langfristig erhalten werden kann. "Das Projekt wird den Grundstock dafür legen, wir hoffen und wollen, dass das Projekt auch nach 2014 weitergeht", sagt die Erste Stadträtin Oldenburg-Schmidt.

Damit das auch funktioniert, sei eine regelmäßige Erfolgskontrolle wichtig. Die Unternehmensberater Henning Münnecke und Heike Vollmers werden daher das Projekt ständig begleiten und evaluieren. "Wir werden zweimal im Jahr einen Bericht erstellen, um zu sehen, ob die gesetzten Ziele eingehalten werden. Wir werden aber auch ein Ohr bei der Wirtschaft haben und deren Wünsche an die Projektbeteiligten weiterleiten", sagt Vollmers.
Dennoch: Die Herausforderung sei, so Bodo Stange, enorm, auch weil die Nachbarregionen ebenso einen Fachkräftemangel spüren und allmählich Maßnahmen ergreifen. "Bremen und Hamburg werden sich massiv um Fachkräfte bemühen, auch in dieser Region", urteilt Stange. "Darauf können sich alle im Kreis Stade verlassen."
 

 

 

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